Der Mensch als Maschine – Vortrag von
Univ.-Prof. Dr. Dr. Christian Schubert
in Kooperation mit einheit.at

ein Bericht von Martina Hädge mit Bildern von Marc und Schero

Was uns krank macht, was uns heilt – der Weg in eine neue Medizin(kultur).

Am 9.11.2023 fand im Rahmen der Kooperation mit einheit.at bei der Firma Heron in Dornbirn ein Vortrag mit Christian Schubert statt.

 

Fragerunde für Jugendliche

Vor Beginn des Abendvortrages gab es von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr eine Fragerunde für Jugendliche.
65 junge Menschen kamen, um sich über das Thema psychische Gesundheit zu informieren.

Christian Schubert beschrieb, wie Körper, Geist und Seele zusammenhängen, wie aber in der Schulmedizin oft nur Medikamente verschrieben werden, ohne sich das Thema genauer anzuschauen und Ursachenforschung zu betreiben. Dies ist aber enorm wichtig für die Heilung.
Sehr einfühlsam und klar erklärte er, was psychische Belastungen sind, wie man merkt, dass man belastet ist und wie man sich Hilfe holen kann. Viele der Jugendlichen wussten gar nicht, dass es ein Netzwerk an Hilfsangeboten gibt.

Außerdem ging es um wichtige Fragen wie: Wie kann ich mit negativen Informationen umgehen? Wie kann ich mehr an mich glauben und mein Selbstvertrauen stärken? Wie erkenne ich meine Fähigkeiten? Wie kann ich mich nicht mehr so alleine fühlen?

Die Jugendlichen wurden eingeladen, sich über die WhatsApp-Gruppe des Planet-Jugend-Projekts zu vernetzen. Dort werden sie Informationen zu Hilfsangeboten und Veranstaltungen bekommen. Ihre Fragen und Bedürfnisse wurden gesammelt und das Planet-Jugend-Team nimmt diese Anregungen mit, um die Jugendlichen in der Zukunft mit weiteren Projekten zu unterstützen.

 

Abendvortrag

Der Saal mit über 500 Plätzen war schon Wochen zuvor ausverkauft. Christian Beer von Einheit.at, Bettina Beer von Heron und Leo Simma vom Garten Eden Projekt hießen die Gäste herzlich willkommen und dankten allen freiwilligen Helfern, ohne die solche Projekte nicht möglich wären. Das Publikum begrüßte Christian Schubert mit einem großen Applaus.

Univ.-Prof. Dr. Dr. Christian Schubert ist Arzt, Psychologe und ärztlicher Psychotherapeut. Seit über 25 Jahren erforscht er die Wechselwirkungen von Psyche, Gehirn und Immunsystem. Er ist Leiter des Labors für Psychoneuroimmunologie am Department für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie der Medizinischen Universität Innsbruck und Autor. Den meisten Zuschauern ist der durch sein mutiges Auftreten in der Coronazeit bekannt. Manche hatten wohl auch seine Rede auf einer Demonstration in Bregenz gehört.

 

Das gegenwärtige Medizinsystem gehört auf den Schrotthaufen der Geschichte, es braucht eine Revolution.

Mit dieser klaren Aussage eröffnete Schubert seinen Vortrag und bekam gleich nochmal einen kräftigen Applaus. Das Menschenbild in der Medizin ist immer noch das gleiche wie vor über 100 Jahren, als man sich den Menschen als System von Maschinenteilen vorstellte. Man muss ihn wie eine Maschine reparieren, Ersatzteile austauschen und der Transhumanismus will ihn sogar noch technisch optimieren. Dahinter steht die Idee, der Mensch sei Materie und nicht mehr. Man glaubt, wenn man die kleinsten Bestandteile untersucht, versteht man das große Ganze. Dieser reduktive Materialismus mit seinem Denken von unten nach oben vernachlässigt völlig das Immaterielle, das Unsichtbare.

Diese Medizin, so Schubert, macht eher krank, als dass sie heilt. Nur der Körper wird angeschaut und auf Laborwerte reduziert. Die Trennung und Dualität von Körper und Geist führt zu großen seelischen Problemen. Schubert spricht von einer Entmenschlichung in der Medizin. Zudem hat das kapitalistische System ein zynisches Medizin-System hervorgebracht, das alles zu Geld macht, Pharma-Lösungen promotet und von medikamentenabhängigen Kunden lebt. Die letzten 3 Jahre zeigten, wie gefährlich diese Schulmedizin ist, die auf dem Maschinenparadigma basiert und eine technische Lösung über das natürliche, seit Jahrtausenden wirksame Immunsystem stellt. Mit dem „Killervirus“ Corona wurde so viel Angst gemacht, obwohl die Medizin weiß, wie sehr Angst das Immunsystem schwächt.

Dabei sollte die Salutogenese – die Frage, wie wir gesund bleiben – im Mittelpunkt stehen. In dem biopsychosozialen Modell, das Schubert erläuterte, gehört alles zusammen: alle Systeme eines Menschen sind ein dynamisches Gefüge von Beziehungen. Ein ganzheitliches Denken ist notwendig, das alle Ebenen unseres Seins – die biologische, die psychologische und die soziale – einbezieht und genau betrachtet.

 

Stress macht krank

Das Immunsystem ist ein wunderbares System, das Entzündung als Abwehrmechanismus erzeugt. Bei kurzem akutem Stress balanciert der Körper diese Reaktionen aus, bei chronischem Stress aber funktioniert das nicht mehr. Eine Lebensweise mit chronischem Stress verursacht chronische Entzündungen. Langfristig zu viele Entzündungsproteine im Körper zu haben, führt zu Krankheit, zu vielen Gesundheitsproblemen im Alter und auch dazu, dass man früher stirbt. Stress verringert die Leistungsfähigkeit des Immunsystems, macht anfälliger für Infektionen, das Risiko, Allergien oder Krebs zu bekommen, steigt.

Christian Schubert erzählte von verschiedenen Studien, die die Auswirkung von chronischem Stress untersucht haben. Vor allem prägen frühe kindliche Erlebnisse unsere Stressantwort. Beziehungskonflikte der Eltern oder Erwartungen übertragen sich auf das Kind und beeinflussen seine Biologie. Besonders schwer wiegt Stress, den man mit Menschen in engen Beziehungen hat. Angehörige, die einen dementen, an Alzheimer erkrankten Partner pflegen, hatten signifikant erhöhte Entzündungswerte im Blut.

 

Demgegenüber ist bedingungslose Liebe für Kinder die beste Voraussetzung für deren Gesundheit.

Positive Beziehungen, Optimismus und allgemeines psychisches Wohlbefinden, der Glaube an Selbstwirksamkeit und daran, dass man die Kontrolle über seinen Stress hat, verringern die Entzündungswerte deutlich. Eine Studie zeigte, dass Menschen, die in eine größere Führung vertrauen und regelmäßig in die Kirche gehen, länger leben. Eine andere Studie zeigte, dass immer dann, wenn eine Frau ihre alternativmedizinischen Praktiken im Alltag anwendete, ihr Brustkrebsmarker im Urin sank. Soziale Kontakte, Unterstützung und Gemeinschaft stärken das Immunsystem und beeinflussen das Altern positiv. Wir sind keine Maschinen, wir sind viel mehr – und können uns immer verändern.

 

Eine neue Medizin muss schauen, was in unserer Gesellschaft schiefläuft.

Demokratische Handlungen tragen zur Stärkung unseres biospsychosozialen Immunsystems bei, so Christian Schubert. Wir brauchen eine neue menschlichere Kultur und Gesellschaft, die den Menschen wieder als lebendiges vielschichtiges Wesen betrachtet, anstatt einen Leistungsträger in ihm zu sehen. So haben Freiheit und kritisches Selber-Denken durchaus etwas mit unserer Gesundheit zu tun. Es ist wichtig, dass wir uns dafür einsetzen, und auch dafür, unsere Kinder vor der Frühsexualisierung zu schützen.

Zum Abschluss meinte Christian Schubert auf eine Frage aus dem Publikum: er denke, dass wir noch eine ganze Weile mit einem parallelen System aushalten müssen. Wir müssen den anderen ein gutes System zeigen, so dass sie von allein zu uns kommen. Das gilt sowohl für die Medizin als auch für die Gesellschaft.

In diesem Sinne sehen wir vom Garten Eden Projekt uns auf dem richtigen Weg.

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